Zur Sitzung des Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales am 31.03.2025: SchwimmMobil Wundine und eine digitale Lösung zur Ehrenamtsgewinnung
Von Stephan Köthe
Die wichtigsten Tagesordnungspunkte:
TOP 1.1 SchwimmMobil Wundine on Wheels – Kooperation mit der Josef Wund Stiftung zur Bereitstellung eines mobilen Schwimmcontainers
TOP 1.2 Volunteam: Digitale Lösung zur Ehrenamtsgewinnung
TOP 1.1 SchwimmMobil Wundine on Wheels – Kooperation mit der Josef Wund Stiftung zur Bereitstellung eines mobilen Schwimmcontainers
Kurzzusammenfassung (aus der Beschlussvorlage):
Das SchwimmMobil Wundine on Wheels ist eine mobile Schwimmlern-Initiative der Josef Wund
Stiftung. Es bietet Kindergarten- und Grundschulkindern die Möglichkeit, grundlegende Schwimmfähigkeiten in einem speziell ausgestatteten, mobilen Schwimmbecken zu erlernen. Das Projekt wird im Jahr 2025 an zwei Standorten in Esslingen realisiert und von der Deutschen KinderSportAkademie (DKSA) inhaltlich begleitet. Wissenschaftliche Evaluation erfolgt durch die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Das SchwimmMobil ist ein voll ausgestatteter Schwimmcontainer mit Umkleide- und Sanitäreinrichtungen. Es ermöglicht eine sichere und strukturierte Schwimmausbildung für Kinder zwischen vier und acht Jahren.
Der Beschlussantrag lautet:
Der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales nimmt die Vorstellung des Projekts
SchwimmMobil Wundine on Wheels zur Kenntnis und befürwortet die weitere Umsetzung in
Zusammenarbeit mit der Josef Wund Stiftung (JWS) sowie den genannten Partnern.
Wie steht die AfD zum SchwimmMobil Wundine on Wheels? Wir stimmen dafür. Es ist essentiell wichtig, dass jeder Mensch schwimmen kann. Ein Kind sollte idealerweise im Alter zwischen 4 und 6 Jahren schwimmen lernen. Und idealerweise besuchen Eltern mit ihren Kindern bereits das Babyschwimmen und bringen ihr Kind noch vor dem Schulstart zum Schwimmkurs. SSV, DLRG und die private Schwimmschule von Sandra Rebmann haben die passenden Angebote.
In der Beschlussvorlage heißt es: Die Kosten, welche im Jahr 2025 für die Stadt Esslingen am Neckar entstehen, werden derzeit durch die zuständigen Ämter ermittelt … Die aus dem Projekt für die Stadt Esslingen resultierenden Kosten werden aus bestehenden Budgets gedeckt.
Warum ist es nicht möglich, dass die Kosten in der Beschlussvorlage benannt werden? Wie kann die Stadt sagen, dass das Budget ausreicht, wenn sie nicht sagen kann, wie hoch die Kosten sind?
Zum Hintergrund:
Im Jahr 2017 konnten den Angaben der Eltern zufolge 10 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. 2022 sind es 20 Prozent.
Innerhalb von nur 5 Jahren hat sich die Anzahl der Kinder, die nicht schwimmen können, verdoppelt! 13 Prozent der Jungen und Mädchen haben das Schwimmen in der Schule gelernt.
Eltern (42%), private Schwimmschulen (24%) und Vereine (21%) spielen nach Einschätzung der Befragten eine größere Rolle.
Quelle: https://www.dlrg.de/informieren/die-dlrg/presse/schwimmfaehigkeit/
Rund ein Fünftel (20,5 %) der öffentlichen Grundschulen gab an, im Schuljahr 2023/2024 keinen
Schwimmunterricht anbieten zu können.
Quelle: https://km.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-km/intern/PDF/Publikationen/Grundschule/20240305_Leitfaden_Schwimmunterricht__BF.pdf
Das SchwimmMobil Wundine on Wheels ist eine gute, unterstützenswerte Sache, aber es kann das gesellschaftliche Problem, dass eine zunehmende Anzahl von Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihren Kindern die nötige Zuwendung und lebensnotwendigen Grundkenntnisse zu vermitteln, nicht lösen.
Unser Ziel muss sein, dass alle Kinder – spätestens im Grundschulalter – schwimmen können. Dazu könnte die Landesregierung an noch einzuführenden, verpflichtenden Schulvorbereitungsgruppen , aber spätestens in der Grundschule, einen verbindlichen zusätzlichen Schwimmkurs für alle Kinder, die kein Seepferdchen vorweisen können, vorschreiben.
Einzige Ausnahme: ein ärztliches Attest, welches vom Schwimmunterricht befreit.
Unabhängig davon müssen die Grundschulen finanziell und personell so gut ausgerüstet werden, dass es an allen öffentlichen Grundschulen Schwimmunterricht gibt.
Unabhängig von den Entscheidungen der Landesregierung, ist es Aufgabe der Stadt, die Infrastruktur vorzuhalten. Wundine ist ein Tropfen im fehlenden Hallenbad in Esslingen! Wir setzen uns dafür ein, dass der SSVE in Esslingen und nicht in Plochingen ein Hallenbad baut.
So lief die Abstimmung: Ja: 11, Nein: 3 (CDU)
TOP 1.2 Volunteam: Digitale Lösung zur Ehrenamtsgewinnung
Kurzzusammenfassung (aus der Beschlussvorlage):
Die digitale Plattform verfolgt folgende Ziele:
1.) Niederschwellige Zugänge sollen geschaffen werden, um Menschen, insbesondere junge
Menschen, auf ansprechende und unkomplizierte Weise für ehrenamtliches Engagement zu
begeistern.
2.) Im Idealfall kann die Plattform dazu beitragen den Fachkräftemangel im sozialen Bereich zu
reduzieren, indem Teilnehmende nach Abschluss einer Aufgabe gezielt auf FSJ-Stellen,
Ausbildungsplätze und Studiengänge aufmerksam gemacht werden.
Der Beschlussantrag lautet: Der KSA bewilligt den Zuschuss an Volunteam in 2025 und 2026 in Höhe von je 15.000 Euro
Wie steht die AfD zu Volunteam von Socialsquared gUG? Wir stimmen dagegen.
Was spricht für Volunteam?
– Software-Entwicklung in Esslingen am Neckar
– Plattform zur Förderung des Ehrenamts
– Regionaler Fokus (durch die Kooperation mit der Stadt Esslingen)
Was spricht gegen Volunteam?
– Es gibt bereits heute starke, etablierte, überregionale Software-Plattformen:
GoVolunteer
FlexHero
vostel.de
Gute Tat.de
Ehrensache Jetzt
nebenan.de
– Volunteams Alleinstellungsmerkmal: „Somit die einzige Plattform auf der man sich noch am selben Tag engagieren kann.“ Es ist fraglich, wie der Missbrauch der Plattform verhindert werden kann – ohne eine zeitaufwändige Prüfung der Ehrenämtler. Die Frage wurde von Volunteam noch während der Sitzung beantwortet: mit speziellen Gruppen-Angeboten, welche ein Kennenlernen (und damit eine Prüfung) der Ehrenamtler ermöglicht. Damit ist aber das Engagement „noch am selben Tag“ defacto ausgeschlossen.
– 30.000 Euro reichen unmöglich, um eine funktionsfähige, leistungsstarke App zu implementieren und noch weniger, um diese auf dem Markt zu etablieren. Weitere öffentliche Zuwendungen werden bereits nächstes Jahr (2026) vom Gemeinderat beschlossen werden müssen. Falls die Zuwendungen nicht erfolgen, gibt es für Volunteam keine Zukunft und die Stadt muss sich nach einer neuen Lösung umschauen, was weitere Kosten nach sich zieht.
– Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, die Programmierung einer Softwarelösung zu beauftragen oder auch nur zu unterstützen, welche Funktionen anbietet, die es bereits am Markt gibt.
Zusammenfassend: Die 30.000 Euro sind der Anfang einer jahrelangen Startup-Förderung. Nach unserer Einschätzung hat Voluteam in einem bereits entwickelten Markt keinen Aussicht auf Erfolg.
So lief die Abstimmung: Ja: 13, Nein: 1 (AfD)
So berichtet die Esslinger Zeitung am 02.04.2025: Per Klick zum Hilfseinsatz – Esslingen fördert digitale Ehrenamtssuche