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Fehlinformierte Johanniter verweigern Sanitätsdienst

Von Stephan Köthe

Update von 15.12.2025: Spender kündigt Unterstützung.

Liebe Esslinger,

heute (wir schreiben das Jahr 2024) geschehen unfassbare Dinge, die man selbst bei pessimistischer Lageeinschätzung so nicht erwartet hätte – hier in unserer schönen Stadt Esslingen!

Was ist passiert?

Für unsere Großveranstaltung am 02.05.2024 benötigen wir einen Sanitätsdienst, der die Veranstaltung begleitet und im Notfall schnell erste Hilfe leisten kann. Der Hallenbetreiber (Esslingen live) hat uns auch in dieser Sache schnell, kompetent und professionell beraten:


Am 25.04.2024 habe ich (Stephan Köthe) folgende Email an die Johanniter gesendet:


Die Antwort der Johanniter erfolgte prompt (25.04.2024):

„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Werteauffassung grundsätzlich nicht mit der unseren übereinstimmt. Rechtspopulistische und ausgrenzende Positionen stehen im Widerspruch zu unserem Leitbild und unserem christlichen Weltbild. Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass wir Ihre Veranstaltung nicht begleiten möchten.“

😱Schockschwere Not! Das sind die Momente, an denen ich mich frage, ob das nicht schon pathologisch ist, was in unserem Land passiert? Wie schlecht muss man informiert sein, um so einen Text guten Gewissens schreiben zu können? Ich muss konstatieren: Unsere Öffentlich-Rechtlichen, samt den Printmedien, haben ganze Arbeit geleistet.


Das habe ich geantwortet, um zu verstehen, wie es zu einer solchen Reaktion kommen konnte:


Leider erfolgte (Stand 29.04.2024) keine Antwort 🙁
Das ist tatsächlich keine untypische Reaktion. Es ist die Regel, dass man auf Nachfrage nach problematischen Programminhalten entweder keine Antwort bekommt oder gesagt bekommt, dass man das Programm nicht gelesen hat. Aber wie kann es auf dieser Grundlage zu einem sachlichen Dialog kommen?


Wohin soll das führen? Muss man in Zukunft hoffen, dass man im Notfall die Gesinnungsprüfung besteht oder ansonsten nach einem Mediziner suchen muss, der ohne Ansehen der Person behandelt?

Da ich die Arbeit der Johanniter bislang nur positiv kennen gelernt habe, bin ich mir sicher, dass es sich bei dieser Antwort der Johanniter um eine Ausnahme und nicht um die Regel handelt.



Mit dieser Email habe ich am 26.04.2024 den Vorstand der Johanniter informiert:


Leider blieb auch diese Email bislang (Stand 29.04.2024) ohne Antwort.

Zusammenfassend: Ich halte es für einen großen Fehler, wenn sich humanitäre Organisationen und insbesondere christlich geprägte Vereinigungen oder Kirchen, sich von der Politik, insbesondere von der Regierung, vor den Karren spannen lassen. Unsere Geschichte sollte uns vor einem „Nie wieder“ bewahren. Von Konrad Eißler stammt der Satz: „Immer, wenn Kirchtürme als Fahnenmast benutzt werden, egal für welche Ideologie auch immer, dann ist Gefahr in Verzug!“

Zum Schluss, das Happy End für alle, die den Glauben an unsere Gesellschaft noch nicht aufgegeben haben! Die Antwort des DRK:

Leider berichtet die Esslinger Zeitung bislang (Stand 29.04.2024 07:03 Uhr) weder über Auseinandersetzung mit der Stadt Esslingen in Sachen Amtsblatt, noch von unserer Veranstaltung am 02.05.2024 – und ich befürchte, sie wird auch hierüber nicht berichten. Unsere Webseite bleibt die einzige Möglichkeit für Sie, auf dem Laufenden zu bleiben und sich umfassend über uns zu informieren.

Bleiben Sie kritisch! Informieren Sie sich aus mehreren Quellen und wenn möglich direkt bei den Betroffenen. Kommen Sie am 02.05.2024 in die Osterfeldhalle – auch, oder gerade deshalb, weil die Regierenden und deren Medien das nicht wollen!


Update vom 15.12.2025: Freiheitlich gesinnte Spender kündigt Mitgliedschaft und finanzielle Unterstützung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft zum 15.12.2026.

In Ihrem Potsdamer Beschluss machten Sie folgende Aussage:

„Die Tätigkeit der Johanniter ist ausgerichtet auf Miteinander statt Gegeneinander, Nächstenliebe statt Egoismus, Vielfalt statt Einfalt, Toleranz statt Intoleranz, Integration statt Ausgrenzung. Rechtsextreme, rechtspopulistische und ausgrenzende Positionen stehen im Widerspruch zu
unserem Leitbild und unserem christlichen Weltbild.“

Hierbei unterließen Sie es, unbewusst oder bewusst, sich ebenfalls von linkspopulistischen und linksextremen Positionen zu abzugrenzen. Schon dies widerspricht Ihrer Toleranzaussage.

Im April 2024 verweigerten Sie dann in Esslingen bei einer Großveranstaltung der AfD, einer bis dato eben nicht vom Verfassungsgericht verbotenen, sondern lediglich von weisungsgebundenen Verfassungsschutzämtern beobachtete Partei, wie übrigens auch Teile der Linken, den Sanitätsdienst mit folgender Begründung:

„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Werteauffassung grundsätzlich nicht mit der unseren übereinstimmt. Rechtspopulistische und ausgrenzende Positionen stehen im Widerspruch zu unserem Leitbild und unserem christlichen Weltbild. Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass wir Ihre Veranstaltung nicht begleiten möchten.“

Nun muss ich feststellen, dass eben Ihre Werteauffassung von Nächstenliebe, Toleranz und Vielfalt ganz weit weg von meiner Werteauffassung ist, wenn die Konsequenz Ihrer Werte die Ablehnung eines Sanitätsdienstes ist. Hier beweisen Sie Intoleranz in höchstem Maße und tragen zur Spaltung unseres Landes einen nicht unerheblichen Beitrag.

Für solche Vereine mag ich mit meinem Geld nicht noch die finanzielle Grundlage beitragen, weshalb ich meine Mitgliedschaft kündige.

Bitte bestätigen Sie mir meine Kündigung bis zum 28.02.2026.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung, dass auch Ihr Verein eines Tages erkennt, dass politische Neutralität hier die beste Alternative gewesen wäre.

P.S.: die Kündigung wird zum 15.12.2026 ausgesprochen, da die Abbuchung für 2026 bereits erfolgte.

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