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Bibliothek bleibt im Pfleghof

Von Jürgen Häußler

Bei der Bürgerbefragung am 08.03.2026 haben 26.464 Bürger für den Verbleib der Bibliothek im Pfleghof gestimmt. 12.162 Stimmen entschieden sich für den Umzug ins Kögel-Areal. Das sind satte 68,5 % pro Verbleib im Pfleghof bei hoher Wahlbeteiligung. Vor dem wirtschaftlichen Hintergrund eine richtige Entscheidung. So wünschenswert aus städtebaulicher Sicht eine Bibliothek im Kögel auch gewesen wäre, der finanzielle Aufwand von ca. 20 Millionen und zusätzlich noch die Kosten für den Pfleghof, das war zu viel. Zudem wären auch laufende Betriebskosten für beide Gebäude weiter zu zahlen gewesen. Interessant war im Rahmen der Entscheidungsfindung die intensive Bewerbung des Kögel-Areals über die sozialen Medien sowie die Werbung am Gebäude selber. Glücklicherweise hat diese Kampagne nicht verfangen. Vielen Esslingern ging auch die Abkehr vom schon einmal gefassten Bürgerentscheid gegen den Strich. Wenig diskutiert wurde auch die Kaufpreisfindung für den Kögel. Ein Wertgutachten lag nicht vor. Die angesetzten x Millionen haben sich an „Vergleichsobjekten“ orientiert. Ob es auch bei den geplanten 14 Millionen Umbaukosten geblieben wäre, ist fraglich. Ist das Projekt einmal gestartet und es entstehen Mehrkosten, dann kann nicht einfach gestoppt werden. Der Pfleghof steht zudem unter Denkmalschutz und hätte beim Verkauf eine neue Nutzung bekommen. Eine Nutzungsänderung im Denkmalschutz wird aber auch eine teure Angelegenheit. Erfahrungsgemäß werden Planungen auf kommunaler Ebene am niedrigsten Punkt angesetzt, um zustimmungsfähig zu sein. Den Mehrkosten im Bauablauf muss dann zugestimmt werden, um das Projekt nicht zu gefährden. Zusätzlich werden bei der favorisierten Umnutzung des Pfleghofs zum Museumsstandort wieder die alten Museumsstandorte frei, deren Umnutzung auch wieder Kosten verursacht. So muss jetzt für das Kögel-Areal zukünftig wieder eine gewerbliche Nutzung angestrebt werden. Eine Aufteilung in kleinere Verkaufsflächen und ggf. auch etwas Gastronomie würde den Bereich wieder beleben. Der Kögel liegt im Schnittpunkt des Zugangs vom Marktplatz zur Ritterstraße und zur Pliensaustraße. An Passanten wird es also auch zukünftig nicht fehlen. Die Wiederbelebung von Einzelhandelsflächen im Kögel hätte auch positive Effekte für den Einzelhandel in der Ritterstraße und der Pliensaustraße. Dass es für den Eigentümer schwieriger ist, eine gewerbliche Nachfolge zu finden, als an die Stadt zu verkaufen, liegt auf der Hand. Wir hoffen, dass der Verbleib der Bibliothek im Pfleghof jetzt endgültig ist. Die Stadt hat derzeit wichtigere Probleme.

Zitat: „68,5% für den Pfleghof: Die Bürger entscheiden sich gegen ein teures Bibliotheksprojekt im Kögel.“

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