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Wie unterschiedlich der Wahl-O-Mat über programmatisch sehr ähnliche Parteien schreibt

Von Stephan Köthe

AfD: rechtspopulistisch, in Teilen rechtsextrem

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) entstand im Jahr 2013. Unmittelbarer Auslöser war die Ablehnung der Rettungspakete für von der Euro-Krise betroffene europäische Staaten wie Griechenland. Ab 2016 verlagerte sich der programmatische Schwerpunkt der AfD auf das Thema Integration, Einwanderung und Islam. In der Folge verschoben sich auch die innerparteilichen Machtstrukturen in der AfD zugunsten einer rechtspopulistischen, in Teilen rechtsextremen Ausrichtung, die sich in der Abneigung gegenüber etablierten Parteien, Skepsis gegenüber Migranten, Ablehnung des Islam und Sympathien für Russland trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine äußert. Segmente der Partei sind offen völkisch-nationalistisch. Bundes- und Landesverfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachten laut ihren Berichten für das Jahr 2024 die AfD als rechtsextremistischen „Verdachtsfall“. Über weitreichendere Einstufungen stehen gerichtliche Entscheidungen noch aus. Im Bundestag stellt die AfD seit der Bundestagswahl 2025 die größte Oppositionsfraktion. In Baden-Württemberg zog die AfD 2016 zum ersten Mal in den Landtag ein und wurde größte Oppositionspartei. 2021 verlor sie deutlich an Stimmen und bildete die kleinste Fraktion im Landtag.

Fakten zur Parteizuklappen

  • Landesvorsitz: Markus Frohnmaier und Emil Sänze*
  • Gründungsjahr Landesverband: 2013*
  • Mitgliederzahl in Baden-Württemberg: 9.000*
  • Wahlergebnis 2021: 9,7%

* nach Angaben der Partei

Zentrale Themen der AfD zur Landtagswahl sind Migration, die Energie- und die Wirtschaftspolitik. In der Migrationspolitik fordert die AfD eine konsequente Abschottung der Grenzen sowie die verstärkte Durchsetzung von Abschiebungen. Mit einer AfD-geführten Landesregierung soll zudem ein Volksentscheid über grundlegende Leitlinien der Migrationspolitik stattfinden. In der Energie- und Wirtschaftspolitik fordert sie die Rückkehr zur Kernenergie und den Erhalt von Kohlekraftwerken. Außerdem will sie die Beendigung der Sanktionen gegen Russland sowie die Landesmittel für Klimaschutz in die Senkung der Energiepreise umleiten. Im Bildungsbereich plädiert die Partei für ein leistungs- und disziplinorientiertes Schulsystem, das nationale Identität, deutsche Sprache und naturwissenschaftliche Fächer in den Mittelpunkt stellt. Medienpolitisch fordert die AfD eine Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein Zehntel seiner aktuellen Größe.

Im Landtagswahlkampf 2026 tritt der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmeier als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten auf. Er kandidiert allerdings nicht für ein Landtagsmandat.

Quelle: https://www.bpb.de/themen/parteien/wer-steht-zur-wahl/baden-wuerttemberg-2026/575052/alternative-fuer-deutschland/

WerteUnion: konservativ

Die „WerteUnion“ (WerteUnion) wurde 2024 gegründet und ging aus dem 2017 von CDU- und CSU-Mitgliedern ins Leben gerufenen Verein „Wertunion e.V.“ hervor, dessen Ziel es war, konservativere Positionen innerhalb der Union zu vertreten. Der Verein wurde nie als offizielle Parteigliederung anerkannt. Die explizit konservative Partei lässt sich auf einer Links-Rechts-Achse zwischen CDU/CSU und AfD platzieren. Zweiter Vorsitzender ist der ehemalige AfD -Parteivorsitzende (2015-2022) Jörg Meuthen. Schlüsselfigur und Erster Vorsitzender der WerteUnion war der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz und ehemalige CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen, der im Oktober 2025 nach parteiinternen Auseinandersetzungen aus der Partei austrat. Die WerteUnion erreichte bei den Landtagswahlen 2024 in Brandenburg, Sachsen und Thüringen zwischen 0,3 bis 0,6 Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2025 trat sie nur in Nordrhein-Westfalen an und errang dort 0,1 Prozent der Stimmen.

Fakten zur Parteizuklappen

  • Landesvorsitz: Alexander Mitsch*
  • Gründungsjahr Landesverband: 2024*
  • Mitgliederzahl in Baden-Württemberg: 214*
  • Wahlergebnis 2021: nicht teilgenommen

* nach Angaben der Partei

Im Wahlprogramm tritt die WerteUnion in der Wirtschaftspolitik u.a. für Technologieoffenheit ein und spricht sich für die Automobilität sowie gegen Fahrverbote und „Transformationszwang“ aus. In der Bildungspolitik soll das Abitur in der Regel nach 13 Jahren erfolgen und die Abschlüsse sollen leistungsorientierter sein. An Hochschulen sollen Stellen für Gleichstellung und gegen Diskriminierung fast ausnahmslos gestrichen werden. In der Migrationspolitik fordert sie eine kontrollierte Zuwanderung, und tritt für Integration durch Arbeit und eine „Leitkultur“ als Voraussetzung ein. Die Förderung von Familien sieht die Partei als Fundament der Gesellschaft, wobei sie hier Bauen und Eigentum fördern will. Die WerteUnion fordert die Förderung von Kernenergie, Klimapolitik soll nicht als Dogma gelten.

Quelle: https://www.bpb.de/themen/parteien/wer-steht-zur-wahl/baden-wuerttemberg-2026/575077/werteunion/


Der Wahl-O-Mat:

Link: https://www.wahl-o-mat.de/bw2026/app/main_app.html

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