Ist das noch/schon mein Land? Zur Veranstaltung am 24.02.2026 im KOMMA Esslingen
Von Stephan Köthe

Eine Veranstaltung mit Jovana Reisinger (Schriftstellerin), Georg Restle (Journalist) und Johannes Fischer (Chefredakteur, Moderation) im KOMMA Esslingen.
Georg Restle: Was verbinde ich mit Deutschland und warum ist mir Deutschland wichtig? Es ist seine Verfassung, es ist seine Werteordnung… die keinen Unterschied macht zwischen Bürgern erster und zweiter Klasse. Das hält mich an diesem Land… Und deswegen sehe ich die derzeitige Entwicklung, mit sehr großer Sorge, weil diejenigen, die jetzt meinen, so eine Partei, wie die AfD wählen zu müssen, in meinen Augen gar nicht sehen, was sie damit kaputt zu machen zu drohen, nämlich eine unglaublich tolle Verfassung!
Mein Kommentar: Sehr geehrter Herr Restle, ich finde es großartig, dass Sie unsere Verfassung „unglaublich toll“ finden! Das finde ich auch! Wann fangen Sie an, sich damit ernsthaft zu beschäftigen? Vielleicht kann Ihnen Dr. Hans-Georg Maaßen, als kompetenter Verfassungsjurist, einen ersten Einblick geben? (Link zum Erklär-Video).
…
Georg Restle: Heimat als Kampfarena im positiven Sinne, in der viele verschiedene Menschen in einem Raum über das Richtige und Wahre streiten.
Mein Kommentar: Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist intergalaktisch! 🤣
Jovana Reisinger: Wir sind heute eh einer Meinung! 😴🥱🤣
Mein Kommentar: Kein Wunder, wenn man so ein spannendes Podium zusammenstellt! Kampfarena! 🤣
Fazit: Ein Podium aus links-grünen Aktivisten, welche im Vorfeld der Landtagswahlen mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung Stimmung für die Regierung gegen die einzige relevante Opposition machen, in den Räumen einer aus kommunalen Steuergeldern finanzierten Einrichtung, welche von einem grünen Stadtrat vollzeitlich verwaltet wird – und dabei vorgeben, die Verfassung zu verteidigen! So viel Spaß kann man auf Kosten der Steuerzahler haben! 🤣
P.S.: Immerhin: Johannes M. Fischer hat in seinem Artikel: „Über Heimat sprechen: Ist Esslingen ein Sehnsuchtsort oder eine Kampfarena?“ nicht die Zitate wiedergegeben, in welcher die AfD gebasht wurden, was durchaus wahrheitsgemäß gewesen wäre. Update von 19:17 Uhr: zuerst hatte mich gefreut, dass Herr Johannes M. Fischer diesmal nicht wieder jegliches Maß an kritischem Journalismus über Bord geworfen hat, aber leider war meine Freude verfrüht: der Artikel spart die namentliche Nennung der AfD aus, weil die Veranstaltung vom Bund gefördert wird. Ein dokumentierter Nachweis des AfD-Bashing könnte die Förderfähigkeit gefährden. Die Nichterwähnung der AfD ist Kalkül.
Johannes M. Fischer moderiert die Veranstaltung „Ist das noch/schon mein Land?“ mit Georg Restle und Jovana Reisinger.

Eine Veranstaltung des PEN Berlin – PEN Berlin erhielt 2023 17500 Euro Zuwendung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin – eine Hand wäscht die andere – Du bezahlst!

Aushang im KOMMA Esslingen:

Plakat in Esslingen am Neckar:


Große Gesprächsreihe: Hallo Baden-Württemberg, reden wir über Heimat
Die Autorenvereinigung PEN Berlin geht in den Südwesten Deutschlands und veranstaltet in 22 größeren und kleineren Orten in Baden-Württemberg eine Gesprächsreihe – der Auftakt einer großen Serie, der weitere Veranstaltungen folgen werden: im März in Rheinland-Pfalz, im August und September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Wie bei unserer vielbeachteten und vielgelobten Veranstaltungsreihe vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg 2024 und wie bei unserer Kundgebung im September im mecklenburgischen Klütz ist das Publikum eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Mehr noch, das Publikum ist integraler Bestandteil des Konzepts. Es soll nicht ehrfürchtig den Gästen lauschen, um am Ende zwei, drei hastige Fragen zu stellen, sondern ist eingeladen, mitzusprechen – mit dem Podium, aber auch untereinander. Im Sommer 2024 lautete unser Thema Meinungsfreiheit. Diesmal möchten wir einen anderen Fokus legen.
Viele Ängste belasten die Deutschen: Die Angst davor, dass der Staat seine elementaren Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Die Angst vor einer Überforderung der Gesellschaft durch Einwanderung. Die Angst davor, dass Wohnen unbezahlbar und Gesundheitsvorsorge unerreichbar werden. Die Angst vor einem tiefen Fall der Wirtschaft dieses Landes. Begleitet von vielschichtigen Gefühlen wie Einsamkeit, Machtlosigkeit und Verunsicherung. Wie soll man sich verhalten gegenüber politischem Extremismus? Wie und wann sich gegen ansteigenden Antisemitismus und Rassismus wenden? All diese und weitere Ängste lassen sich in einem Motiv bündeln: die Angst vor dem Verlust des Vertrauten. Die Angst vor dem Verlust von Heimat.
Genau darüber möchten wir reden. Über Heimat. Unter dem gebrochenen Motto »Ist das noch mein Land?« bis zu »Ist das schon mein Land?« In Heidenheim und Crailsheim, in Esslingen und Göppingen, in Ulm und in Gmünd. Zu den Podiumsgästen gehören u.a. die Publizisten Michel Friedman und Michel Abdollahi, die Journalist:innen Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, die Schriftsteller:innen Eva Menasse, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri.
Allerdings sind auf den jeweils dreiköpfigen Podien – darunter etlichen Journalistinnen und Journalisten aus der Region – nicht nur Leute aus »unserer«, der schreibenden Zunft, sondern auch Unternehmer:innen, Polizist:innen, Pfarrer:innen – und Kommunalpolitiker:innen. In Tübingen und Schwäbisch Gmünd die Oberbürgermeister Boris Palmer bzw. Richard Arnold, in Calw Ryyan Alshebl, der 2015 als Kind mit seinen Eltern aus Syrien nach Deutschland floh und 2022 zum Bürgermeister der benachbarten Kleinstadt Ostelsheim gewählt wurde.
Zu Gast sind wir in Theatern und Kulturzentren, aber auch in anderen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtigen Einrichtungen: In Sigmaringen im Schützenverein, in Göppingen im Gemeindesaal – dort auch mit dem evangelischen Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl –, in Lörrach kooperieren wir mit der Narrengilde, in Freiburg sind wir beim größten Sportverein – dem SC Freiburg – zu Gast.Grafik: Scholz & Friends / PEN Berlin
Das detaillierte Programm in Rheinland-Pfalz, das sich unmittelbar an die Reihe in Baden-Württemberg anschließen wird, werden wir in den kommenden Tagen bekanntgeben; das Programm für Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Sommer. Fest steht bereits der Ort, an dem diese Reihe einen glanzvollen Abschluss finden soll: in Berlin-Neukölln, im – na klar – Heimathafen.
»Das wird nicht immer nett. Aber mir scheint dieser Weg, die Auseinandersetzung zu suchen, der richtige«, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel. »Besser, als in Berlin zu sitzen, unsere Demokratie zu beschwören und dabei zuzusehen, wie die Menge derer, die mit diesem Possessivpronomen bezeichnet wird, immer kleiner wird.«
Einen Überblick über alle 22 Veranstaltungsorte und 66 Teilnehmer:innen finden Sie hier. Wir bedanken uns beim Deutschen Bundestag, dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, dem Bundesprogramm »Demokratie leben!« und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Berthold Leibinger Stiftung, der Wüstenrot Stiftung sowie der Agentur Scholz & Friends für ihre Unterstützung. Ganz besonders danken wir allen mitwirkenden Einrichtungen.
Also, Baden-Württemberg: Reden wir über Heimat.
PEN Berlin. Wir stehen im Wort.

Unterstützt von der Bundesregierung, Berthold Leibingen Stiftung, Wüstenrot Stiftung, Scholz&Friends Trademarks.
