Weiterführung von „Housing First Esslingen“ unter Leitung der Heimstatt Esslingen e.V. mit 40.000 € städtischer Förderung für 2027
Mit Schreiben vom 21. Mai 2026 hat die Geschäftsführerin der Heimstatt Esslingen e.V., Frau Janina Baaken, frühzeitig auf die mögliche Streichung der städtischen Mittel für Housing First Esslingen hingewiesen. Das Projekt bietet wohnungslosen Menschen eine eigene Wohnung, Eigenverantwortung und reale Perspektiven auf Arbeit und Teilhabe – ein menschliches und praktisches Anliegen, das ideologische Grenzen überwindet.
Beschlussvorschlag
Der Gemeinderat der Stadt Esslingen am Neckar möge beschließen:
1. Das Projekt „Housing First Esslingen“ wird unter der Leitung und Federführung der Heimstatt Esslingen e.V. mindestens bis 31. Dezember 2027 fortgeführt.
2. Die Stadt Esslingen stellt aus dem Haushalt 2027 für das Projekt einen Betrag in Höhe von 40.000 € zur Verfügung. Dies ersetzt die bisher zur Streichung vorgesehene Summe von 80.000 €.
3. Die Förderung steht unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass das Projekt weiterhin Fördermittel des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der Vector Stiftung erhält oder diese durch andere geeignete Förderungen kompensiert werden können. Die Verwaltung wird beauftragt, die Förderbedingungen und Anschlussfinanzierung rechtzeitig zu prüfen und sicherzustellen.
4. Die Verwaltung wird ermächtigt, die erforderlichen Verträge mit der Heimstatt Esslingen e.V. abzuschließen, die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und über die weitere Entwicklung des Projekts dem Gemeinderat regelmäßig zu berichten.
Begründung
Wohnungslosigkeit verursacht hohe Folgekosten (Notunterkünfte, gesundheitliche und soziale Probleme). Housing First ist evidenzbasiert, international erprobt und im Koalitionsvertrag der Landesregierung Baden-Württemberg verankert – kosteneffizienter als traditionelle Ansätze. Die Stadt hatte 80.000 € jährlich vorgesehen, die im Rahmen der Haushaltskonsolidierung gestrichen werden sollen. Dieser Antrag schlägt 40.000 € vor, gekoppelt an die Fortsetzung der externen Förderung. Eine Weiterentwicklung mit ehrenamtlichen Wohnraumhelfern (statt Scouts) für niedrigschwellige Hilfe (Umzüge, Reparaturen) kann die Effizienz weiter steigern. Dieser Antrag verbindet soziale Verantwortung mit haushaltspolitischer Vernunft. Er sichert ein erfolgreiches, evidenzbasiertes Projekt, das Menschen nachhaltig aus der Wohnungslosigkeit holt, öffentliche Mittel einspart und den betroffenen Personen – insbesondere auch Frauen und Familien – echte Perspektiven eröffnet.
Im Koalitionsvertrag von Grüne/CDU heißt es auf Seite 96: Um Obdach- und Wohnungslosigkeit langfristig entgegenzuwirken und eine möglichst hohe Wohnstabilität von betroffenen Menschen auf dem Wohnungsmarkt zu gewährleisten, werden wir die Förderung des „housing first“-Ansatzes ausweiten.
Beschreibung der finanziellen Auswirkungen inkl. Deckungsantrag
Die Kosten für das Projekt „Housing First Esslingen“ in 2027 in Höhe von 40.000 Euro sind durch eine Umschichtung von Haushaltsmitteln aus dem Bereich des Stadtjubiläums zu decken.
