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Eindrücke vom traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Esslingen – und ein Wort des Trostes für unseren Oberbürgermeister

Von Stephan Köthe

Oberbürgermeister Matthias Klopfer hat am 13.01.2025 zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Esslingen am Neckar ins Neckarforum eingeladen – und die Bürger sind gekommen! Über 800 Bürgerinnen und Bürgern wurde im Neckarforum ein unterhaltsames Programm geboten.

Eindrücke von der Veranstaltung:


Moderator Niclas Ehrentreich:

Gute Unterhaltung mit Patrick Bopp: Die Esslinger lassen sich zum Mitsingen inspirieren!
Aus voller Kehle für die Seele!
Wer laufen kann, kann auch tanzen!
Wer reden kann, kann auch singen!

Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) hält eine Rede:

Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) grüßt die anwesenden Ehrengäste: Marcel Musolf (neu gewählter Landrat des Kreises Esslingen), Markus Grübel (CDU, MdB und Kreisrat), Dr. Sebastian Schäfer (Grüne, MdB), Andrea Lindlohr (Grüne, MdL) und Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl.
Desweiteren: Dekan Bernd Weißenborn der sich nach 15 Jahren Leitung des Kirchenbezirks Esslingen in den Ruhestand verabschiedet. Die Ehrenbürger Wolfgang Drechsler (SPD), die Ex-OBs Uli Bauer (SPD) und Dr. Jürgen Zieger (SPD).

Für das Jahr 2025 werden umfassende Schulerneuerungen in Esslingen in Aussicht gestellt. Bis 2028 werden 200 Millionen in das Klinikum Esslingen investiert.
Ob Klopfer regt an, in 2037 eine Internationale Gartenschau von Esslingen über Stuttgart bis Ludwigsburg durchzuführen. Gemeinsam mit der Region und den Landkreisen Esslingen und Ludwigsburg und der kreisfreien Stadt Stuttgart.

Der Kaufvertrag für das Karstadt-Areal konnte abgeschlossen werden, bis 2028 werden 100 Millionen Euro im Herzen unserer Stadt investiert.

Magdeburg wird angesprochen, ohne zu konkretisieren oder auf das Leid einzugehen. Die Stadt Esslingen hätte für ihren Weihnachtsmarkt sofort umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Tatsächlich wurde publikumswirksam ein Fahrzeug des Kommunalen Ordnungsdienst an der Abt Fulradstr. aufgestellt – allerdings mit einem circa 6 Meter breiten Durchlass – breit genug für ein Auto, wie in Magdeburg. Die Webergasse war bis zuletzt frei befahrbar – mitten auf den besonders stark besuchten historischen Teil des Weihnachtsmarktes – ein Hinweis unserer Fraktion wurde ignoriert. Gott sei Dank ist nichts passiert!

OB Klopfer war entsetzt, wie es während Silvester auf dem Weg zur Burg zugegangen ist. Mehrfach fordert OB Klopfer in seiner Rede ein Verbot der privaten Böllerei.
Aber sind Böller das Problem?

Eine Delegation der ukrainischen Partnerstadt Kamianets-Podilskyi wird begrüßt. OB Klopfer sagt, dass die Stadt eigentlich 100.000 Einwohner hat und derzeit 20.000 Binnenflüchtlinge aufgenommen hat. Der Landkreis Esslingen habe 25.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Traurig und betroffen ist OB Klopfer, dass am vergangenen Wochenende von Remigration gesprochen wurde.

Was ist passiert? Am letzten Wochenende hatte die Alternative für Deutschland ihren Bundesparteitag in Riesa. Dort wurde das Bundestagswahlprogramm diskutiert und verabschiedet (Livestream vom Tag 1, Livestream vom Tag 2).
Auf dem Parteitag wurde der Begriff Remigration samt Definition ins Wahlprogramm geschrieben.
Remigration bedeutet für die AfD:
– die konsequente Abschiebung Ausreisepflichtiger
– die Rückführung von Geflüchteten, wenn der Fluchtgrund im Heimatland entfalle – etwa von Syrern, sowie
– die Rückführung von Straftätern, Gefährdern und Menschen, die „ausländische Konflikte auf deutschem Boden“ austragen.

Das, lieber Herr Klopfer, ist kein Grund zur Trauer! Das ist bestehendes Recht – deren Umsetzung politisch gewollt ausgesetzt ist!
Sie können zu Recht von jedem Esslinger erwarten, dass er sich an bestehendes Recht hält.
Genauso kann aber auch jeder Esslinger erwarten, dass bestehendes Recht umgesetzt wird – ohne Ansehen der Person.

Wenn Sie die bestehenden Gesetze ändern wollen, dann kann das Ihre SPD im Bundestag einbringen – und dafür jetzt im Wahlkampf um die Stimmen der Bürger werben. Aber seien Sie nicht traurig und betroffen, wenn die Alternative für Deutschland bestehendes Recht konsequent umsetzen möchte – das tun Sie auch, Herr Oberbürgermeister, wo immer Sie es wollen! Freuen Sie sich, dass wir in einem Rechtsstaat leben! Und bitte mißbrauchen Sie nicht Ihr Amt, um Wahlkampf für die SPD zu machen – nicht in der Karenzzeit und auch nicht auf einer Bühne, die von Steuergeldern bezahlt wird.

Die Tanzkompanie von Grégory Darcy tritt auf:


Stadtarchivar Dr. Joachim Halbekann stimmt das Auditorium mit einer kurzweiligen Rede und, wie könnte es anders sein, vielen historischen Bezügen, auf das Stadtjubiläum 2027 ein:


Die entscheidende Stelle der Urkunde aus dem Jahr 777. Den Namen Esslingen sucht man vergeblich. Es kann aber eindeutig nachgewiesen werden, dass es sich hierbei um den ersten Kirchenbau, die St.-Vitalis-Kirche handelt, einen Vorläufer unserer heutigen Stadtkirche.


So wurde 1977 das Stadtjubiläum gefeiert (1200 Jahre erstmalige Erwähnung):

So könnte unser neuer Marktplatz im Jahr 2027 aussehen:


Bevor Patrick Bopp uns mit Schwung in die Genußzeit im Foyer entlassen hat, wurde noch Andreas Koch (SPD) mit der Ehrenplakette der Stadt Esslingen geehrt:

In seiner Rede spricht Andreas Koch davon, „wer im Großen keinen Krieg will, muss im Kleinen Friede halten.“ Esslingen müsse Versöhnungsstadt sein. Andreas Koch fordert keine Ausgrenzung, nur weil Menschen anders sind. Anders zu sein, das ist ein Ausdruck von Vielfalt. Ausgrenzung passe nicht zu Esslingen.
Das unterschreiben wir Stadträte von der AfD und wünschen unseren Kollegen von der SPD, dass sie sich die Worte von Andreas Koch zuallererst selbst zu Herzen nehmen. Wer eine Brandmauer gegen andersdenkende Menschen baut, der hat ein grundlegendes Problem mit unserer pluralistischen Demokratie.
Wir sagen: Miteinander und füreinander!

Über den Wolken, muss Freiheit wohl grenzenlos sein? Auch über den Wolken ist das Zusammenleben rechtlich geordnet. Ohne Grenzen gibt es keine Freiheit. Ohne Rechtsordnung tritt eine andere Ordnung in Kraft: es gilt das Recht des Stärkeren.

Damit es auch in Zukunft Freiheit unterhalb der Wolken gibt, dafür sind wir Deine Stimme!

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