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Aus dem Ausschuss für Bildung, Erziehung und Betreuung am 22.04.2026: Hitzeschutz an Schulen, WC-Sanierung, KITA-Plätze

Von Stephan Köthe

TOP 1.1: Konzept zum Hitzeschutz an Esslinger Schulen

Wann gibt es hitzefrei?
Maßgeblich ist insbesondere die Außentemperatur um 11 Uhr, die mindestens 25 Grad °C im Schatten beträgt. Hitzefrei gibt es frühestens nach der vierten Unterrichtsstunde. Die Entscheidung liegt bei der Schulleitung und soll nach Möglichkeit mit benachbarten Schulen abgestimmt werden. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt standortspezifisch unter Berücksichtigung der örtlichen Betreuungs- und Aufsichtserfordernisse.

Die entscheidenden Temperaturstufen (Lufttemperatur im Arbeitsraum)
  • Bis 26 °C: Dies ist der Soll-Wert. Die Temperatur soll nicht überschritten werden. Bei Außentemperaturen über 26 °C sind Abweichungen unter guten Sonnenschutzmaßnahmen zulässig.
  • Über 26 °C: Der Arbeitgeber soll Maßnahmen ergreifen (z. B. Sonnenschutz, Lüften in der Nacht, Gleitzeit, Ventilatoren, kühle Getränke, lockere Kleidungsvorschriften).
  • Über 30 °C: Der Arbeitgeber muss wirksame Maßnahmen umsetzen, um die Belastung zu reduzieren (technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang).
  • Über 35 °C: Der Raum gilt ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen nicht mehr als geeigneter Arbeitsraum. Dann sind z. B. Luftduschen, Entwärmungspausen, Hitzeschutzkleidung oder Verlagerung der Arbeit erforderlich. In manchen Fällen kann das Arbeiten in diesem Raum unzumutbar werden.

Das sind die Maßnahmen, welche die Stadt vorschlägt:

  • Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen
    Der Unterricht ist, soweit räumlich möglich, in kühlere Räume zu verlegen. Frühmorgendliches Lüften kann zur Abkühlung der Innenräume beitragen; steigt die Außentemperatur über die Innentemperatur, soll auf weiteres Lüften verzichtet werden. Schattenbereiche auf dem Schulgelände sind gezielt zu nutzen. Körperlich anstrengende Aktivitäten sind zu reduzieren oder zeitlich zu verlagern. Zudem sind ausreichende Trinkpausen sowie ein niederschwelliger Zugang zu Trinkwasser sicherzustellen. Ergänzend können Hinweise zu leichter Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz gegeben werden.
    Für jüngere Kinder kommen hitzeangepasste Angebote, beispielsweise Wasserspiele auf dem Schulhof, als zusätzliche Entlastung in Betracht. Der Einsatz mobiler Klimageräte kann in besonders belasteten Räumen darüber hinaus als pragmatische Übergangslösung dienen.
  • Mittelfristige bauliche und technische Maßnahmen
    Mittelfristig ist insbesondere die Nachrüstung außenliegender Sonnenschutzsysteme, etwa Markisen oder Rollläden, vorzusehen. Bestehende Anlagen sind konsequent instand zu halten und entsprechend zu nutzen. Ergänzend kommen Maßnahmen zur passiven Kühlung in Betracht, darunter die Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen mit schattenspenden Großbäumen, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Verbesserungen bei Dämmung und Lüftung. Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgt nicht isoliert, sondern auf Grundlage einer gebäudebezogenen Prüfung und Priorisierung nach vorliegenden Haushaltsmitteln.
  • Langfristige Perspektive
    Entwicklungsperspektiven liegen insbesondere in der Umsetzung klimaresilienter Schulbaukonzepte sowie im Einsatz innovativer Kühltechnologien, beispielsweise Geothermie oder Verdunstungskühlung. Bei Bestandsgebäuden mit besonders ausgeprägter Überhitzungsproblematik kann perspektivisch auch der Einsatz aktiver Kühlung erforderlich sein. Voraussetzung hierfür ist die Kombination mit Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie nach Möglichkeit die Einbindung eigener regenerativer Stromerzeugung.

Mein Wortbeitrag im Ausschuss:

Sehr geehrte Frau Preiß-Abramowski,
herzlichen Dank für die Vorstellung des Hitzekonzepts für Esslinger Schulen.

Die Statistik über die letzten 25 Jahre zeigt: von 2000-2020 gab es in Esslingen pro Jahr zwischen 40-60 Tage pro Jahr über 25 Grad im Schatten mit einer klar steigenden Tendenz. In den letzten 5 Jahren liegt die Anzahl der Tage regelmässig über 60 zum Teil über 80 Tage pro Jahr.

Auch wenn die Haushaltslage angespannt ist, ist die Fürsorgepflicht, die wir für unsere Schülerinnen und Schüler und unserer Lehrerinnen und Lehrer haben ist nicht verhandelbar.

Es ist richtig, die Priorisierung auf Verschattung insbesondere der Klassenzimmer/Lehrerzimmer zu legen. Aber ohne Investitionen wird das nicht zu stemmen sein.
Die Stadt Esslingen ist wie praktisch alle Kommunen am Limit seiner Leistungsfähigkeit.
Wir werden uns auf Landesebene für ein Ertüchtigungsprogramm für Schulen und Kitas einsetzen. Möglicherweise bleibt dem Land aus finanziellen Gründen mittelfristig nur die Ausdehnung der Sommerferien ausdehnen, analog der südlichen Ländern.
Die Sommerferien dauern in den südlichen Ländern im Schnitt rund 11–12 Wochen (ca. 78–85 Tage), fangen Mitte Juni (ca. 15.–20. Juni) an und enden Mitte September (ca. 8.–12. September).


TOP 1.2: Toilettensanierung in Schulen

Die Umsetzung verzögert sich. Der aktuelle Plan sieht so aus:

Quelle: https://ris.esslingen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTUivXqeWYtva3vwuB1aAl54m3Dlp98gKYq2YdlUFL-g/Praesentation.pdf

SGE Eigenleistung bis 2027:

  • Lerchenäckerschule – Mensabau
    (Schüler+Lehrer-WC)
  • Hainbachschule (Schüler +Lehrer-WC)
  • Herderschule – Sporthalle
  • Mörike GY – Fachklassentrakt (Lehrer WC)
  • Schillerschule Berkheim (Lehrer WC)
  • Georgii GY – Musikpavillion (Schüler WC)

Los Denkmalschutz (bis Ende 2027?):

  • THG Theodor-HeussGymnasium
  • Mörike-Gymnasium
  • Waisenhofschule

Los 1 (bis Anfang 2028?):

  • Herderschule
  • Realschule Oberesslingen
  • GS Schillerschule

Los 2 (bis Mitte 2028?):

  • GS Mettingen
  • Georgii-Gymnasium

Los 3 (bis Ende 2028?):

  • GS Silcherschule
  • Schelztor-Gymnasium
  • GS St. Bernhardt

TOP 2.1 Bericht zum aktuellen Anmeldestand für das Kitajahr 2026/2027

Platzsituation der 1-3-Jährigen (U3): Es gibt 58 Plätze zu wenig, die aber von externen Anbieter gestellt werden können.

Platzsituation der 3-6-Jährigen (Ü3): Es gibt 78 Plätze mehr, als es voraussichtlich Bedarf gibt.

Gute Nachrichten: Die Situation entspannt sich.

Faire Beiträge sind weiterhin das wichtigste Thema: Link zur Petitionsübergabe.

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