Das Schreiben von Dr. Manuela Klingler-Kohler, Past-Präsidentin des Rotary-Clubs Esslingen-Neckarland, bezüglich des „Zwieblinger Teufels“ und meine Antwort

Von Stephan Köthe

Frau Dr. Manuela Klingler-Kohler, Past-Präsidentin des Rotary-Clubs Esslingen-Neckarland, schrieb am 10.08.2026 an den Gemeinderat Esslingen:

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,

mir liegt viel an einem vielfältigen und lebendigen Kulturleben in Esslingen. Unter anderem deshalb bin ich seit Jahren im Rotary Club Esslingen-Neckarland aktiv, wo wir lokale Initiativen im sozialen und kulturellen Bereich regelmäßig unterstützen.

Ende Juni hatte unser Rotary Club die Gelegenheit, das Atelier von Tim Bengel zu besuchen. Er hat uns nicht nur bisherige Werke vorgestellt, sondern uns auch über das Projekt des „Zwieblinger Teufels“ ausführlich informiert. Den ersten Prototypen der Skulptur konnten wir zu dem Zeitpunkt schon aus der Nähe sehen, und er hat bei allen Anwesenden aus unserem Club große Begeisterung hervorgerufen.

Umso erstaunter war ich, als ich erfahren habe, dass die Enthüllung der Skulptur auf Herbst verschoben wurde. Soweit ich es der Presse entnommen habe, hat sich vor allem die rechte „Alternative für Esslingen“ dafür stark gemacht. Gerade deshalb halte ich es für wichtig, dass sich die demokratische Mitte im Gemeinderat klar positioniert: Ein Bekenntnis zur Freiheit der Kunst und zu unserer Stadtgeschichte wäre, auch mit Blick auf das Stadtjubiläum, ein starkes  Zeichen.

Meistens melden sich ja vor allem diejenigen laut, die unzufrieden sind. Deshalb wollte ich mich einfach mal ausdrücklich als Befürworterin zu Wort melden: Ich bin von der Idee des „Zwieblinger Teufels“ und seinem Wert für Esslingen überzeugt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Manuela Klingler-Kohler
Past-Präsidentin des Rotary-Clubs Esslingen-Neckarland (2025/2026)
C. Stiefelmayer GmbH & Co. KG
Dr. Manuela Klingler-Kohler  || Geschäftsführerin


Meine Antwort vom 10.08.2026:

Sehr geehrte Frau Dr. Klingler-Kohler,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail und Ihr sichtbares Engagement für ein lebendiges Kulturleben in Esslingen.

Unsere Kritik hat sich von Anfang an ausschließlich auf die fehlende Beteiligung der Stadtgemeinschaft und der gewählten Gremien bezogen – nicht auf die Idee der Skulptur selbst, nicht auf die Esslinger Sage und nicht auf die künstlerische Arbeit von Tim Bengel. Details dazu finden Sie hier: https://alternative-fuer-esslingen.de/aktuelles/aus-dem-verwaltungsausschuss-am-15-06-2026-der-zwieblinger-teufel-kommt-ohne-buergerbeteiligung-mitarbeiterbefragung-der-stadtverwaltung-in-2028-2029/

Dass der „Zwieblinger Teufel“ bei vielen – auch in Ihrem Rotary Club – Begeisterung auslöst, kann ich nachvollziehen. Die Sage gehört zur Identität unserer Stadt. Gerade deshalb halten wir es für entscheidend, dass Kunstwerke an so prominenter Stelle wie dem Rathausplatz nicht allein durch Sponsoren und Verwaltung auf den Weg gebracht werden. Bürgerbeteiligung und eine ernsthafte Einbeziehung des Gemeinderats sind für uns keine lästige Formalität, sondern Ausdruck einer lebendigen Demokratie.

Sie schreiben, die „Alternative für Esslingen“ sei rechts – und Sie haben recht. Wir sind rechts. Als rechte Kraft stehen wir gegen jede Form von Bevormundung und für die Elemente, die eine Demokratie ausmachen: Bürgerbeteiligung, Föderalismus, Gewaltenteilung und Subsidiarität. Unser Motto lautet „Freiheit statt Sozialismus“ – und damit meinen wir alle Formen zentralistischer oder totalitärer Politik.

Sie wünschen sich, dass sich die demokratische Mitte klar positioniert. Das tun wir: Über Kunst im öffentlichen Raum sollen nicht Sponsoren und Verwaltung entscheiden, sondern die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt.

Mit den besten Grüßen,

Stephan Köthe Vorsitzender der Fraktion Alternative für Deutschland im Gemeinderat Esslingen am Neckar

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