Gewerbesteuer: leichte Entspannung 2026 – das Risiko liegt in den Folgejahren
Von Stephan Köthe
Im Verwaltungsausschuss ist am Montag eine vergleichsweise gute Nachricht angekommen: Die Gewerbesteuereinnahmen 2026 dürften bei rund 60 Mio. Euro liegen. Der Nachtragshaushalt plant nur mit 54,9 Mio. Euro. Entwarnung wäre trotzdem falsch. Die Gewerbesteuer ist Esslingens größte und unberechenbarste Einnahmequelle. 2023 brachte sie knapp 155 Mio. Euro, 2025 nach Rückzahlungen nur noch rund 44 Mio. Euro. Für 2027 stehen 79 Mio. Euro im Haushalt, ab 2028 rund 85 Mio. Euro. Das ist ein Sprung von etwa 19 Mio. gegenüber dem jetzt erwarteten Ergebnis 2026 – ohne dass die Konjunktur das bisher trägt. Das Risiko: Der Plan für 2027 und die Folgejahre setzt eine deutliche Erholung voraus. Bleibt sie aus, entstehen erneut Löcher. Das
Regierungspräsidium hat den Nachtrag genehmigt, zugleich aber den Sparkurs und die Sicherung der Liquidität angemahnt. Im Kernhaushalt soll der Schuldenstand bis 2030 auf rund 91 Mio. Euro steigen. Rechnet man die Eigenbetriebe hinzu, droht die Gesamtverschuldung noch vor 2030 die Marke von 500 Mio. Euro zu überschreiten. Ohne eine zeitnahe Umkehr in der Energie- und Wirtschaftspolitik wird unser Wohlstand und die Art und Weise, wie wir leben, nicht
zu halten sein. Der Verwaltung und dem Gemeinderat bleibt nur: sparen, wo es
geht und hoffen, dass die Wende kommt.

