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Am 27.02.2026 in der Zwiebel: Die wirtschaftliche Lage von Esslingen

Von Jürgen Häußler

In der vergangenen Sitzung des Verwaltungsausschusses wurde mitgeteilt, dass die Stadt für 2025 geleistete Gewerbesteuervorauszahlungen in Höhe von 24,4 Mio. € an Unternehmen zurückzahlen muss. Die Konsolidierung des städtischen Haushalts wird für die Verwaltung und den Gemeinderat eine der Hauptaufgaben im Jahr 2026 und voraussichtlich auch in den Folgejahren sein. Ein teilweises Auffangen der Mindereinnahmen wird über die Erhöhung von Steuern und Abgaben erfolgen, beispielsweise durch eine weitere Erhöhung der Grundsteuer. Wer die Medien verfolgt, sieht, dass Esslingen hier nicht allein ist. Auch die ehemals reiche
Landeshauptstadt Stuttgart hat mit noch gravierenderen Finanzproblemen zu kämpfen. Das Resultat wird für die Städte und Gemeinden sein, dass sie einen restriktiven Sparkurs fahren
müssen. Das betrifft sowohl die Ausgaben für Personal als auch die Unterhaltung der der Substanz. Für Esslingen sei hier als Beispiel die Adenauerbrücke genannt, deren Sanierungsbedürftigkeit schon lange bekannt ist. Zeichen dafür sind Fahrspurverengungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen zur Reduzierung der Belastung. Lokal kann hier nur darauf verwiesen werden, dass der Erhalt und die Sanierung lebenswichtiger Bausubstanz den Vorzug vor Prestigeobjekten wie z. B. der Verlegung der Stadtbibliothek ins Kögel-Areal haben müssen. Regional und überregional müssen wir nach den wirtschaftspolitischen Fehlern der letzten Jahrzehnte fragen, die die gesamte Region und Baden-Württemberg in diese Schieflage gebracht
haben. Ausreden sind schnell gefunden. Nur wenn hier auf unbequeme Fragen ehrliche Antworten gefunden werden, können wir zu alter Stärke zurückfinden.

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